Auf dem Wasser

Tageslimit beim Paddeln oder was kann man sich für Tagestouren vornehmen?

Bei der Frage, wie viele Kilometer man am Tag paddeln kann, muss man die individuelle Kondition und natürlich das zu befahrende Gewässer berücksichtigen.

Als „Faustregel“ gelten bei vielen Tourenanbieter, gerade auch für Anfänger ca. 10 bis 16 Kilometer pro Tag. Geht man das Ganze etwas sportlicher an auch gerne zwischen 16-24 km. 

Neben der eigenen Kondition spielen Strömungsgeschwindigkeit sowie Wind und Wetter und ggf. notwendige Schleusungen und damit verbundene Wartezeiten eine Rolle. Wenn einem die Sonne nicht direkt auf den Kopf scheint, lassen sich bei etwas kühlerem Wetter auch schon mal 20 km auf dem Wasser zurücklegen.

Auf stehendem Gewässer hingegen ist ein Tempo von 5-6 km/h locker zu paddeln ohne dass man sich groß anstrengen muss...und 5 Stunden am Tag sind für den Ungeübten erst einmal ausreichend.

Paddelt man gegen die Strömung sieht es schon ganz anders aus und 3 km/h sind hier eher der Richtwert.

Paddeln Sie mit Kindern dann sind zwischen 3,5 und 4,5 Stunden reine Paddelzeit realistischer, aber auch dabei können Tagestouren zwischen 14 und 20 km bewältigt werden.

Regeln auf dem Wasser für ein besseres Miteinander

Halten Sie sich besonders auf Bundeswasserstraßen am besten außerhalb der betonnten Fahrwasser. 

Vorfahrtsregeln

Berufsschifffahrt hat stets Vorfahrt, bei der Sportbootschifffahrt muss der „Stärkere“ (Motorboote) dem „Schwächeren“ (Kanus, Ruderboote, Segelboote) Vorfahrt gewähren.

Richtig Schleusen

Vor allen Schleusen gibt es ein Signal. Rot bedeutet Warten – Grün bedeutet, das man die Schleuse befahren kann. Wenn man auf eine Schleuse zufährt gibt es auf der rechten Seite ( in der Regel, manchmal aber auch links) ein Wartezone.

Wenn die entgegenkommenden Boote die Schleuse verlassen, kommt entsprechend das grüne Signal. ACHTUNG !!!! Noch nicht lospaddeln, es sei denn, man ist alleine.

Als erstes hat immer die Berufsschiffahrt Vorrang. (Ausflugsdampfer, Frachtkähne etc.) Wenn dann noch Platz ist fahren als nächstes alle Motorboote hinterher. Erst danach kommen die Paddelboote und Kanus und bleiben hinter den letzten Motorbooten stehen. Nicht daneben!

Beim Rausfahren läuft das dann natürlich genauso ab.

Zur eigenen Sicherheit

  • Paddeln immer entlang des Ufers, mit einem notwendigen Sicherheitsabstand zu Naturschutzgebieten.
  • Wenn ein See oder eine Havelverbreiterung überquert werden soll, immer die schmalste Stelle dafür auswählen. Also wenn es über den See geht dann immer in der Nähe des Ufers bleiben.
  • Auf größeren Flüssen und Seen sollte nur im ufernahen Bereich gefahren werden! Sicherheitsabstand zum Ufer - nicht mehr als 600 m
  • Bei schlechtem Wetter- starkem Wind, hohen Wellen und bei niedrigen Wassertemperaturen (unter 18 Grad) - sogar erheblich weniger, so dass das Ufer ohne Unterkühlung schwimmend erreicht werden kann.
  • Paddeln hat ganzjährig Saison. Je unwirtlicher allerdings die äußeren Bedingungen, desto mehr Augenmerk bedürfen Ausrüstung und Bekleidung.
  • Entsprechend der Wetterlage sollte man Schwimmwesten tragen, auch wenn sie einem unbequem erscheinen.
  • Kinder grundsätzlich immer mit Weste!
  • Informieren Sie sich vor der Abfahrt!
    http://www.dwd.de/DE/leistungen/warnwetterapp/warnwetterapp.html
  • Bei starkem Wind möglichst die Route abändern und entlang der Seite des Sees zu paddeln aus der der Wind kommt, auch wenn man dafür unter Umständen ein Stück in die entgegengesetzte Richtung seines geplanten Zieles paddeln muss. Dort sind die Wellen dann kaum noch spürbar und man kommt besser voran.
  • Bei Gewitter oder Sturm sofort das Wasser verlassen und Schutz am Ufer, bei Gewitter aber nicht zu nahe an hohen Bäumen.
  • Nicht die eigenen Kräfte überschätzen - notfalls die Fahrt abbrechen und eine Abholmöglichkeit organisieren. 
  • In Gemeinschaft fährt es sich am Besten - Anfänger können viel von erfahrenen Kanuten lernen.

Informationen zu den Befahrungsregeln finden Sie auf den Internetseiten des DKV

Kennzeichnungspflicht:

Ein Großteil der Berliner Gewässer gilt als Bundeswasserstraße.

Unabhängig vom Wortlaut der Verordnung über die Kennzeichnung von auf Binnenschiffahrtsstraßen verkehrenden Kleinfahrzeugen (Binnenschiffahrts-Kennzeichnungsverordnung - KlFzKV-BinSch.) vom 21.2.1995, die mit Muskelkraft betriebene Wasserfahrzeuge von der amtlichen Kennzeichnung ausschließt, gilt § 2.02 der Binnenschiffahrtsstraßenordnung (BinSchStrO) weiter, wonach diese Boote zwar nicht amtlich zu registrieren, aber dennoch mit 10 cm großen lateinischen Buchstaben zu benennen sind. Namenlose Boote sollen den Namen oder Abkürzung der zugehörigen Organisation tragen; dazu kommen in jedem Fall auf Außen- oder Innenseite Namen und Anschrift des Eigentümers. Von dieser Regelung sind nur Surfbretter ausgenommen

Im Einzelnen betrifft das folgende Strecken: 

  • die Spree ("Spree-Oder-Wasserstraße"),
  • die Müggelspree vom Dämeritzsee bis Köpenick,
  • die Seen um Woltersdorf, Rüdersdorf und Grünheide ("Rüdersdorfer Gewässer") sowie der Gosener Kanal,
  • der Oder-Spree-Kanal,
  • die Dahme bis Prieros einschließlich der Wernsdorfer und der Teupitzer Seen ("Dahme-Wasserstraße"),
  • der Wasserweg zum Scharmützelsee und der Scharmützelsee selbst,
  • der Nottekanal,
  • der Teltowkanal mit sämtlichen Verbindungskanälen einschließlich des Griebnitzseekanals (=Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal) der Wannseerunde,
  • der Landwehrkanal mit sämtlichen Verbindungskanälen,
  • der Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal (darf sowieso nicht bepaddelt werden) mit sämtlichen Seitenkanälen,
  • die Havel (oberhalb der Spreemündung "Obere", darunter "Untere Havel-Wasserstraße"),
  • die Potsdamer Havelseen einschließlich Schwielowsee, Glindower See und Wublitz, aber ohne den Petzinsee bei Caputh,
  • der Havelkanal,
  • der Sacrow-Paretzer Kanal und
  • die Brandenburger Kanalarme und der Beetzsee (aber ohne die Emster Gewässer um Lehnin).
  • Jedes Jahr veranstaltet der DKV Berlin eine Wanderfahrt durch die Stadt, auf der die sonst gesperrte Spree durch Zentrum und Regierungsviertel befahren wird.
Umweltverträgliches Wasserwandern

Wasserwanderer sollten ihren Sport ausüben ohne dabei die Natur zu belasten. Im Folgenden haben wir daher einige grundlegende Verhaltensregeln zusammengestellt:.

  • Verhalten vermeiden, dass Tiere stören oder beunruhigen könnten.
  • Alle Feuchtgebiete sind von besonderer Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht der Natur.
    Flachwasser- und Schilfzonen bitte weiträumig umfahren - Flachwasserbereiche, Uferzonen sowie angrenzendes Umland sind Brut- und Aufzuchtgebiete für viele Tiere und insbesondere für Wasservögel, deren Brutzeit sich von April bis Juli erstreckt.
  • Möglichst großen Abstand von Nestern und Nachwuchs führenden Wasservögeln halten.
  • Uferzonen mit Schilfgürteln oder Seerosen sollten auf keinen Fall durchfahren werden.
  • Lärmendes Geschrei ist fehl am Platz.
  • PKWs nur auf öffentlichen Parkplätzen und nicht auf Privat- oder Forstwegen oder Privatparkplätzen abstellen.
  • Boot nur an geeigneten Stellen zu Wasser lassen.
  • Keine Uferbeschädigungen beim Start.
  • Rasten und Lagern zur kurzen Erholung nur an Plätzen, an denen das Ufer nicht beschädigt werden kann.
  • Keinen Müll zurücklassen!

 

Befahrungs- und Anlegeverbote beachten!

Gewässer: Tegeler Fließ
Teilbereich: vom Wehr an der Humboldtmühle bis Oberlauf, gesamtes Fließ LSG und NSG
Zeitraum: ganzjährig BV

Gewässer: Spree
Abschnitt: km von - 20,7  bis km - 14,1
Teilbereich: Spree in der Innenstadt zwischen dem Bundeskanzleramt westlich des Hauptbahnhofes durch die historische Innenstadt am Schlossplatz vorbei bis zur Oberbaumbrücke gesperrt.
Zeitraum: ganzjährig BV

Gewässer: Seenkette im Grunewald
Zeitraum: ganzjährig BV

Gewässer: Pfaueninsel und Kälberwerder
Teilbereich: Naturschutzgebiet bzw. Vereinsgelände
Anlegeverbot (AV)

Gewässer: Berlin-Spandauer - Schifffahrtskanal
Abschnitt: von km 8,35    bis km 12,2
Teilbereich: Westhafen bis Einmündung in die Spree (SOW)
Zeitraum: ganzjährig, Befahrungsverbot (BV)

Gewässer: Heiligensee
Abschnitt: km 5,8
Zeitraum: ganzjährig, Befahrungsverbot (BV)

Gewässer: Stichkanäle des Teltowkanals
Zeitraum: ganzjährig, Befahrungsverbot (BV)

Gewässer: Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal
Abschnitt: Zwischen Griebnitz- und Stölpchensee- Befahrung erlaubt, jedoch Regel für Boote ab 2 m Breite nur zur Kenntnis:

  • Talfahrt ist nur zu jeder vollen Stunde bis längstens 20 Minuten nach jeder vollen Stunde erlaubt.
  • Bergfahrt ist nur zu jeder halben Stunde bis längstens 20 Minuten nach jeder halben Stunde erlaubt.

Zeitraum: ganzjährig, eingeschränkte Befahrung (s.o.)

Gewässer: Gosener Wiesen
Abschnitt: Nebenfließe des Gosener Grabens: Großer Strom, Alte Spree usw. (teilweise versperrt, teilweise zugewachsen)
Zeitraum: ganzjährig, Befahrungsverbot (BV)

 
Gelbe Welle für Kanuten

Das Informationssystem der Gelben Welle  wurde vom Deutschen Tourismus-verband weiter entwickelt zur  „Gelben Welle Kanu“. Damit soll das Symbol der Gelben Welle auch den Nutzern von muskelbetriebenen Booten Anlegemöglichkeiten signalisieren, an denen der Gast willkommen ist.

Nach außen ist der Unterschied zur herkömmlichen „Gelben Welle“ gering, da sowohl Nutzer von motor- als auch von muskelbetriebenen Booten vom Wiedererkennungswert des Signets profitieren. Die „Gelbe Welle Kanu“ wird durch ein Kanusymbol gekennzeichnet. 

Für interessierte Anleger wurde der Nutzungsvertrag kanugerecht modifiziert.

Unter diesem Schriftzug befinden sich Piktogramme mit dem Service-Angebot: Liegeplätze, Versorgung, Entsorgung, Strom, Trinkwasser, Gastronomie, Ersatzteil-Shop, Hilfe nebst Einkaufsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten vor Ort....u.v.m.
Vertraglich wird vereinbart: (Auszug)

1. Der Nutzer der „Gelben Welle“ verpflichtet sich, die vorhandenen Gastliegeplätze sowie die vorhandenen wassertouristisch relevanten Einrichtungen (z.B. Sanitäreinrichtungen) des Hafens/Anlegers Wassertouristen unabhängig von Mitgliedschaften frei zugänglich zu machen.
2. Ferner verpflichtet sich der Nutzer, Wassertouristen freundlich aufzunehmen und im Bedarfsfall Hilfe und Auskünfte zu erteilen.
3. Das Hinweisschild „Gelbe Welle“ besteht aus mehreren Einzelmodulen, die über zwei Schienen miteinander verbunden sind. Das Hinweisschild ist exakt nach den Vorgaben der Bauanleitung aufzustellen.
4. Neben dem markenrechtlich geschützten Zeichen der „Gelben Welle“ muss das Schild durch die zusätzliche Angabe des Nutzers versehen werden.