Rund um die Müggelberge

Die große Umfahrt „Rund um die Müggelberge, eine etwa 30 Kilometer lange Tour (beliebig durch Abstecher ausbaubar), kann man an einem Tag schaffen. Man kann aber auch ein schönes und entspanntes Wochenende direkt vor den Toren der Hauptstadt daraus machen.

Überblick

Ein- und Ausstieg
Berlin Köpenick
Am Generalshof parken und in die Alte Spree einsetzen.
GPS
52.452283
13.574422

oder
Erkner (öffentlicher Bootsanleger)
Zufahrt über Carl-Bechstein-Weg.
Parken am besten in der Beuststraße, 300 m Fußweg

GPS
52.424442
13.750384

Kanuverleih
Kanusport Erkner
Friedrichstraße 1
15537 Erkner
Tel. +49 3362 502316
www.kanusport-erkner.de

Alternative Tour
Von Erkner aus lohnenswerte Rundfahrten auf den Berliner Gewässern.

Sehenswertes im Umfeld

  • Biergarten von Berliner Bürgerbräu zur Einkehr mit brauereieigenem Bootssteg
  • Spreearche
  • Müggelturm

Info

Streckenlänge
34 km

Dauer
Tagesausflug, besser zwei Tagestouren

Übernachtung
Insel Seddinwall im eigenen Zelt (Anmeldung beim LKV Berlin e.V.)
Kanu Club Erkner

Schwierigkeit
Schnellaufbauende Winde auf dem Müggelsee, Ausflugsdampfer, zahlreiche private Boote

Tourbeschreibung

Die Startrichtung, ob im oder gegen den Uhrzeigersinn um die Müggelberge gefahren wird, gibt die Wetterlage vor.

Beide Richtungen sind möglich und vergleichbar, da weniger die sowieso kaum vorhandene Strömung von Dahme und Spree den Ausschlag gibt, sondern die Richtung, aus der der Wind bläst. Kriterium hierfür ist der Große Müggelsee. Da möchte man allenfalls Rückenwind haben. Wenn es beispielsweise aus Nordost weht, gehts gegen den Uhrzeigersinn los.

Startplatz ist Köpenick. Möglichkeit zum Parken gibt es in der Straße „Am Generalshof“, von hier kurze Wege zum Einsetzen in die Alte Spree, einem Spreearm, der nördlich um die Baumgarteninsel herumführt.

Ob man um die Insel nach rechts oder links startet, ist ziemlich egal, aber sobald man den Hauptarm der Spree erreicht, gilt das vorstehend gesagte, die Windrichtung entscheidet. Gegen den Uhrzeigersinn hält man sich auf der Spree nach rechts und paddelt unter der Dammbrücke (Lindenstraße) hindurch. Links um die Ecke führt die Route unter der Langen Brücke hindurch auf die Dahme. Vom Wasser aus lässt sich ein kurzer Blick auf das Rathaus Köpenick und hinter der Langen Brücke auf das Köpenicker Schloss erhaschen. Nach der Einmündung des Teltowkanals von rechts liegt linker Hand die Villenkolonie Wendenschloss und rechts Grünau. Nach fünf Kilometern tummeln sich auf der Regattastrecke bei Grünau viele Ruderboote, oftmals ist ein Wettkampf im Gange.

Am Ufer des Langen Sees findet man auf beiden Ufern viele hübsche Badestellen. Linker Hand grüßen die Müggelberge mit dem gleichnamigen Turm. Wenn wir die Halbinsel Bammelecke (mit Wasserrettungsstation) passiert haben, geht es an Karolinenhof vorbei. Am linken Ufer erstreckt sich wenig später eine Halbinsel mit der Krampenburg, einem ehemaligen Ausflugslokal. Dahinter beginnt die Große Krampe, die sich hinauf bis nach Müggelheim zieht. Auf dem gegenüberliegenden Ufer sehen wir die Häuser des ehemaligen Fischerdorfs Schmöckwitz. Hier biegt die Dahmewasserstraße nach rechts ab und erreicht unter der Schmöckwitzer Brücke hindurch den Zeuthener See und später Königs Wusterhausen. Wir aber biegen nach links in den Seddinsee. Der Oder-Spree-Kanal biegt wenig später nach rechts ab. Kurze Zeit später erheben sich die Gosener Berge, eine Ausflugsgegend die vor dem 2. Weltkrieg "Berliner Schweiz" genannt wurde. Auf dem Gipfel befand sich ein Ausflugslokal mit Turm. In den 1970er Jahr requirierte die Stasi das Gelände. Oben standen Wochenendhäuser, in den Berg aber hatte man einen Bunker für den Ernstfall getrieben. Die Insel Seddinwall wurde bis zum Jahr 2020 vom Landes Kanu Verband Berlin verwaltet und bot Paddler nach Voranmeldung die Möglichkeit dort zu zelten. In der Nordostecke des Sees verbinden Gosener Kanal und Gosener Graben den Seddinsee mit dem Dämeritzsee. Der Graben ist den muskelkraftbetriebenen Booten vorbehalten.

Wer die 1,5 Kilometer nach Erkner möchte (oder von dort kommt) hält sich auf dem Dämeritzsee nordöstlich. Wir aber fahren nach link, kreuzen die Schifffahrtsroute, die durch den Gosener Kanal führt, und paddeln auf der Müggelspree weiter. Neu-Venedig liegt dann rechts an der Strecke und ist einen Besuch wert. Allerdings sind nicht auf allen Kanälen Motorboote zugelassen. Wenig später sehen wir am rechten Ufer das alte Fischerdorf Rahnsdorf. Berlins letzte Ruderfähre verbindet im Sommer die beiden Ufer miteinander. Dann verkauft auch der Müggelseefischer seinen Fang gleich neben der Anlegestelle. Vorbei am Kleinen gehts in den Großen Müggelsee. Schon leichter Wind baut einige Wellen auf, hier jedenfalls Vorsicht! Rechts von uns erstreckt sich Friedrichshagen mit seinem im englischen Stil erbauten Wasserwerk. Links erheben sich die Müggelberge. Darunter lädt die Ausflugsgaststätte Rübezahl auch Wassersportler zu einer Rast ein. Wer Zeit und Kraft hat, kann von hier aus auch zum Müggelturm wandern. Von ihn bietet sich ein herrliche Rundumsicht auf die Wälder und Gewässer.

Auf der Müggelspree geht es dann weiter zurück nach Köpenick. Kurz hinter dem Müggelsee buhlt die Spreearche, ein schwimmendes Blockhaus als Restaurant, um die Gunst der Wasserwanderer. Hinter der Allende-Brücke erstreckt sich linker Hand das Allende-Viertel mit seinen Neubaublocks und rechts das neue Wohngebiet am Krusenick, dass über den Katzengrabensteg mit der Köpenicker Altstadt verbunden ist. An der Baumgarteninsel schließt sich unsere Rundfahrt um die Müggelberge.

Am westlichen Ende des Großen Müggelsees lockt der Biergarten von Berliner Bürgerbräu zur Einkehr mit brauereieigenem Bootssteg und konkuriert mit der Spreearche um die Gunst der Wasserwanderer.
Wer sich Zeit für diese Tour nimmt, sollte abends mal ins Zentrum dieser Tour laufen und den Müggelturm besteigen. Für diese Mühen wird man mit einer herrlichen Umsicht belohnt.